"Sandokan"
kehrt ins TV zurück
Von Brigitte Ehrich
Sat 1, 15.50
Er nimmt es mühelos mit einer Horde von mordlüsternen Banditen
auf, er ist immer zur Stelle, wenn eine schöne Frau Hilfe braucht,
er schlägt sich wacker gegen Regimenter von Soldaten, er ist ein
Held, wie er im Buche steht: Sandokan, Sproß aus indischer Fürstenfamilie,
der auszog, Rache zu nehmen an den Engländern, die für den
Tod seiner Familie verantwortlich sind.
Erfunden wurde er von Emilio Salgari (1862 - 1911), der dem edlen
Outlaw der Kolonialzeit nicht weniger als elf Roman-Abenteuer andichtete.
In den 60er Jahren wurden sie zum erstenmal verfilmt, in den 70er Jahren
wurde daraus eine Fernsehserie.
"Die Rückkehr des Sandokan" läßt nicht länger
auf sich warten: In deutsch-italienischer Ko-Produktion kämpft
der glutäugige Inder in vier Fortsetzungen erneut gegen die Engländer
und gegen den miesen Raska, der die Maharani Sumara stürzen will.
Eine Rückkehr ist der Vierteiler auch für Kabir Bedi, der
den Sandokan schon vor zwanzig Jahren spielte und damals zum Schwarm
aller "Bravo"-Leserinnen avancierte. Unterstützt wird Sandokan
von der Journalistin Dora, deren Vater britischer Botschafter in Indien
ist.
Sein Gegenspieler als Raska ist Mathieu Carrière, der gutgelaunt
von den Dreharbeiten in Indien berichtet. Er muß in einem früheren
Leben einmal ein Inder gewesen sein, mutmaßt er. So sehr fühlte
er sich in dem Land zu Hause. Ein kleiner Halbaffe allerdings honorierte
das nicht: Erst biß er seinen neuen Besitzer, und dann hauchte
er sein Leben aus.
Carrières Begeisterung für das Land tat das keinen Abbruch.
"Ich bin mit Koffern voller indischer Gewänder nach Hause gekommen,
habe einen Elefantengott und mindestens elf maßgeschneiderte Hemden
mitgebracht."
Während Carrière alle Fechtszenen selbst spielte, mußte
Held Sandokan meistens gedoubelt werden. "Kabir Bedi hatte Rückenprobleme",
plaudert Carrière aus, der auch das Geheimnis der Glutaugen verrät:
"Die Italiener haben einen speziellen Silberpuder, der die Augen besonders
strahlen läßt." Teil 2/3: So./Mo. jeweils 16.05.
©Berliner Morgenpost 1998